Dienstag, 30. Juni 1998


Sängerische Freude am Leben

Junges Vokalensemble „Mixtur” musiziert für Orgelrenovierung

Buschhütten. „Wir singen auch für drei” – so zeigten die 20 Mitwirkenden des Vokal- ensembles „Mixtur” ihre Einsatzbereitschaft. Dabei waren es aber doch etwa 50 Zuhörer, die sich am Sonntag in der ev. Kirche Buschhütten einfanden, um „Mixtur” mit geistlicher Musik aus vier Jahrhunderten zu hören. Sie spielten Spenden für die Orgel- renovierung ein. Die Sänger, zum Teil Musikstudenten von der Universität Siegen, verzichteten auf jedes Honorar. Bereits das dritte Benefizkonzert, das in diesem Jahr für die etwa 150000 DM teure Orgelrenovierung von unterschiedlichen Gruppen gegeben wurde.

Unter dem Motto „Jauchzet dem Herrn” wollten die Musiker besonders die Freude am Singen und am Leben durch die Texte ausdrücken. Tatsächlich achtete Chorleiter Christoph Reifenberger, früher nebenberuflicher Kirchenmusiker in Eisern, streng darauf, daß seine Sänger mit ihren jungen Stimmen den Text sehr deutlich aussprachen. Er setzte nicht auf Masse, sondern schlug Brücken zwischen Text und Musik.

Wortlos paßten sich auch die beiden Stücke für drei Blockflöten von Mattheson und Corbett in das fröhliche Musizieren ein (Christine Benfer, Anke Müller, Henrike Reifenberger, Continuobegleitung von Sigrun Reifenberger am Klavier). Christiane Rödder brachte zwei flotte Orgelstücke von Walther und Mendelssohn Bartholdy ins Programm ein, während sich der Tenor Martin Becker solistisch auf drei geistliche Lieder von Bach und Dvorak einließ.

Doch im Mittelpunkt stand sicher zu Recht der Chor. Bei der großen Kantate „Alles, was ihr tut” von Dietrich Buxtehude überzeugte das Vokalensemble durch gemeinsames Phrasieren und durch den angenehmen Gesamtklang. Da stach kein Solist heraus. Besonders die Unisono-Stellen bewegten in ihrer Schlichtheit. Im einzigen englischsprachigen Stück des Abends, „Glory to thee” von Tallis, glückte dem Sopran ein äußerst zerbrechliches Piano. Rheinbergers Vertonung des Emmaus-Jünger-Gebets „Bleib bei uns” muß als gestalterischer Höhepunkt des Konzertes gewertet werden. Das Publikum forderte nach dem Bachchoral „Nun ruhen alle Wälder” zwei Zugaben. Nochmal gab es Rheinberger und Tallis. „Hoffentlich ist viel für die Orgel gespendet worden”, hoffte Pfarrer Jürgen Thiemann!jo


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last update: 04/03/1999 by Christoph Reifenberger